Netzimplantate Beckenbodenchirurgie

TiLOOP® Total 6

Das TiLOOP® Total 6-Netzimplantat dient der chirurgischen Versorgung von Zystozelen- und Rektozelendefekten. Dank herausragender Biokompatibilität ermöglicht es ausgezeichnete Lebensqualität und kürzere Rekonvaleszenz.

Herausragende Biokompatibilität  Das Netzimplantat ist titanisiert, besonders leicht und hydrophil und deshalb hervorragend biokompatibel.

Ausgezeichnete Lebensqualität bei kürzerer Rekonvaleszenz  Die hervorragende Biokompatibilität ermöglicht minimalste Entzündungsraten, Schrumpfung und Migration sowie kürzere Rekonvaleszenz. Das Implantat wird nicht als Fremdkörper wahrgenommen. Postoperative Schmerzen werden vermieden.

Weltweit einzigartige Technologie  Das bei der Herstellung angewandte nano-technologische Veredelungsverfahren zur kovalenten Bindung  zwischen Titanoxidoberfläche und Polypropylen ist patentgeschützt und damit weltweit einzigartig.

Neues Design  TiLOOP® Total 6 wurde von führenden Operateuren entwickelt. Das Resultat ist ein modernes Netzimplantat bei optimiertem Zuschnitt und neuer Gewirkeausrichtung (37˚).

Produkte nach Kundenwunsch  Individuelle Netzimplantate nach Kundenwunsch ergänzen das breite, indikationsspezifische Portfolio von Netzimplantaten. Möglich wird dies durch ein spezielles Zulassungsverfahren für sog. Customized Produkte.

  • Lasergeschnittene Kanten
  • Großporige Struktur
  • Monofiles Gewirke

pfm medical titanium gmbh

Höfener Straße 45

90431 Nürnberg, Germany

  • Spannungsfreies Netz aus titanisiertem Polypropylen zur defektorientierten Beckenbodenrekonstruktion und zur chirurgischen Versorgung komplexer Zystozelen- und Rektozelendefekte
  • Material: Polypropylen mit kovalent gebundener, titanisierter Oberfläche
  • Schichtstärke der Titanisierung: ca. 30 – 50 nm
  • Gewebe: monofiler Faden
  • Kantenausführung: Laserschnitt, gerundet
  • Porendurchmesser  ≥ 1 mm
  • Mechanische Haltekraft  ≥ 16 N

Implantation

Empfohlenes Implantationsverfahren bei Zystozele (bei Rektozele ist das Implantationsverfahren entsprechend anzupassen)
Im OP wird die Patientin unter streng sterilen Bedingungen nach klinischen Standards für die Operation vorbereitet.

Schritt 1: Vorbereitung der Patientin

  • Die transobturatorische Behebung des Prolaps mit Hilfe des TiLOOP® Beckenbodenrekonstruktionsnetzes wird unter lokaler Anästhesie oder Vollnarkose durchgeführt.
  • Im OP wird die Patientin zur Operation in die dorsale Steinschnittlage gebracht, die Beine werden im Hüftgelenk gebeugt und auf Stützen gelagert, und das Gesäß wird zur Kante des Operationstisches oder ein Stück darüber hinaus vorgeschoben.
  • Vor dem Eingriff sollte die Blase geleert werden. Die Verwendung eines Blasenkatheters wird empfohlen. Die Entscheidung, einen suprapubischen oder transurethralen Katheter zu verwenden, bleibt dem Arzt überlassen.

Schritt 2: Vorbereitung des TiLOOP® -Netzes

  • Überzeugen Sie sich davon, dass die Sterilbarriere unversehrt ist, bevor Sie das TiLOOP® -Netz aus der Verpackung nehmen.
  • Öffnen Sie dann die Verpackung des TiLOOP® -Netzes in einer sterilen Umgebung.
  • Vergewissern Sie sich, dass der Packungsinhalt vollständig und unbeschädigt ist. Verwenden Sie eine andere Packung, wenn der Inhalt unvollständig ist oder Beschädigungen aufweist.

Schritt 3: Dissektion der Scheide, der endopelvinen Faszie und der Spina ischiadica

  • Durchführung einer anterioren medianen Kolpotomie bis etwa 3 cm vor den Meatus urethrae externus.  
  • Die Blase wird freigelegt, wobei darauf zu achten ist, dass die Durchblutung der Scheide erhalten bleibt, indem sie in ihrer gesamten Dicke belassen wird.
  • Die Dissektion ist ausreichend, wenn die Freilegung lateral bis zum Arcus tendineus vorgenommen wird.
  • Danach wir die Spina ischiadica freigelegt.
  • Dieser Vorgang wird unter sorgfältiger Blutstillung auf der gegenüberliegenden Seite wiederholt.
  • Ausgehend von dieser Position wird das Ligamentum sacrospinale in medialer und dorsaler Richtung präpariert.
  • Dieser Vorgang wird unter sorgfältiger Blutstillung auf der gegenüberliegenden Seite wiederholt.

Schritt 4: Vorbereitung zur Instrumentenpassage

  • Markieren Sie die Stelle für die Hauteinschnitte zur Passage der Instrumente (Nadelapplikatoren, Tunneller).
  • Der erste Hauteinschnitt sollte an der genitofermoralen Falte am lateralen Rand des absteigenden Schambeinastes auf Höhe der Klitoris erfolgen.
  • Der zweite Einschnitt wird 1-2 cm lateral und 2-3 cm caudal vom ersten ausgeführt.
  • Dieser Vorgang wird auch auf der gegenüberliegenden Seite ausgeführt.
  • Ein dritter Einschnitt wird 3 cm lateral und dorsal vom Anus durchgeführt.
  • Dieser Vorgang wird auch auf der gegenüberliegenden Seite ausgeführt.

Schritt 5: Einsetzen der Instrumente und TiLOOP®-Netzarme

  • Der helikale Tunneller wird durch den anterioren Einschnitt eingesetzt. Dabei wird der absteigende Schambeinast eng umfahren. Die Spitze des Instruments wird dabei mit den Fingern umfasst, um eine Verletzung der Blase zu vermeiden.
  • Der vordere Arm des TiLOOP®-Netzes wird in die Ösen des helikalen Tunnellers eingehakt (abhängig vom verwendeten Instrument kann sich der Mechanismus zur Befestigung des Netzes unterscheiden).  
  • Dieser Vorgang wird auf der gegenüberliegenden Seite wiederholt.
  • Der gebogene Tunneller wird durch den zweiten Einschnitt eingesetzt und passiert das Foramen obturatum in der dorsocaudalen Ecke.
  • Das Instrument wird weiter am Schambein entlang zur Spina ischiadica hinter dem Musculus obturatorus internus durchgeführt, bis die Nadelspitze laterocranial, auf Höhe der Spina ischiadica erfolgten Einschnitt, aussticht.
  • Zusätzlich zu diesem Vorgang wird der mittlere Arm des TiLOOP® Total 6 in die Ösen des Tunnellers eingehakt (abhängig vom verwendeten Instrument kann sich der Mechanismus zur Befestigung des Netzes unterscheiden).
  • Dieser Vorgang wird auf der gegenüberliegenden Seite wiederholt.
  • Der gebogene Tunneller wird 3 cm lateral und dorsal vom Anus eingesetzt, dann durch die Fossa ischiorectalis geführt, und das Ligamentum sacrospinale wird von hinten 25 mm medial zur Spina von dorsal durchstochen.
  • Der dorsale Arm des TiLOOP® Total 6-Netzimplantats wird in die Ösen des Tunnellers eingehakt (abhängig vom verwendeten Instrument kann sich der Mechanismus zur Befestigung des Netzes unterscheiden), und der Netzarm wird vorsichtig herausgezogen.
  • Dieser Vorgang wird auf der gegenüberliegenden Seite wiederholt.
  • Die Platzierung des Netzarms kann auch abweichend erfolgen.
  • Anstelle des direkten Einhakens der Netzarme und ihrer Führung mit eingehakten Instrumenten kann es angezeigt sein, nicht-resorbierbaren Vorlegefaden zur Führung der Netzarme zu verwenden.

Schritt 6: Befestigung der TiLOOP®-Netze

  • Stellen Sie sicher, dass das Netz plan und spannungsfrei ausgebreitet ist.
  • Das Netz wird in dieser Position mit einem resorbierbaren Faden am vesicourethralen Übergang an beiden Seiten fixiert.
  • In Fällen, in denen der Uterus unbeeinträchtigt bleibt, wird der kraniodorsale Teil des Netzes an der Cervix fixiert. Nach vorheriger oder gleichzeitig mit dieser Operation durchgeführter Hysterektomie wird das Netz an beiden Seiten des vaginalen Apex befestigt.

Schritt 7: Naht

  • Zuletzt wird die Scheidenwunde allschichtig verschlossen und nach der Wundausschneidung mit einem resorbierbaren Faden vernäht.
  • Nach der Operation sollte die Scheide tamponiert werden.

Titanisierung

Ein Prozess zur Metallisierung komplexer Bauteile und gleichzeitiger Erzielung haftfester Verbindungen ist das CVD-Verfahren (chemical vapor deposition). Da bei diesem Verfahren jedoch die Temperatur über 150 °C liegt, scheidet es für viele,  unter dieser Hitze nicht formbeständigen prothetischen Materialien (z. B. Polypropylen) aus.

Daher erfolgt die Titanisierung von Kunststoffimplantaten in einem speziellen Plasmabeschichtungs-Verfahren, dem sogenannten PACVD-Verfahren (plasma activated chemical vapor deposition), bei niedriger Temperatur.

Als Plasma bezeichnet man ein angeregtes (ionisiertes) Gas. Die Atome/Moleküle darin sind hochenergetisch. Dennoch ist das Plasma nicht heiß. Im Alltag ist Plasma beispielsweise aus Leuchtstoffröhren bekannt. Die elektrisch angeregten Gasbestandteile emittieren aufgrund ihrer hohen Energie Licht und die Leuchtstoffröhre bleibt kalt.

Zur Titanisierung wird gasförmiges Titan als sog. Precursor in die Beschichtungskammer eingebracht. Durch die Zufuhr von Energie in Form eines Plasmas, wird der Precursor in einzelne ionisierte Atome gespalten. Diese ionisierten Titanatome besitzen an der Oberfläche freie Elektronen.

Neben dem Precursor regt das Plasma auch die Oberfläche der Kunststoffimplantate an, so dass sich auch hier freie Elektronen an der Oberfläche befinden. Durch den Kontakt der ionisierten Titanatome mit der ebenfalls ionisierten Implantatoberfläche gehen die jeweils freien Elektronen kovalente Bindungen ein. Kovalente Bindungen gelten als die stärksten chemischen Verbindungen, weshalb das Titan mit dem Kunststoff praktisch unlösbar verbunden ist.

Somit wird ein Verbundmaterial geschaffen, an dessen Oberfläche sich eine nur ca. 30 – 50 nm (1 Nanometer = 1 Millionstel Millimeter) dünne, hoch biokompatible Titanschicht befindet. Die Schicht ist so dünn, dass sie zum einen transparent ist und zum anderen eine sehr hohe Flexibilität aufweist.

Durch die gasförmige Zufuhr des Titanprecursors gelangt dieser an alle Stellen des Kunststoffimplantates. Dieses wird somit auf der gesamten Oberfläche, also auch in Zwischenräumen komplexer Geometrien, komplett und gleichmäßig titanisiert.

TiLOOP® Total 6
REFBeschreibungVPE
6000712Total Six 35 g/m2 (light)1
 
 
TiLOOP® Total 6 - Netzimplantate Beckenbodenchirurgie
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