Exsikkoseprophylaxe - Vermeidung von Flüssigkeitsmangel

Exsikkose ist bei älteren Patienten weit verbreitet.

  • Jährlich wird allein in Deutschland bei 45.000 Patienten über 75 Jahren eine Exsikkose diagnostiziert.
  • Die stationäre Behandlung dieser Patienten kostet pro Jahr insgesamt 86.850.000 Euro.
  • Die Kosten pro Patient liegen bei durchschnittlich 1.930 Euro.1

Frühzeitiges Eingreifen kann lebensbedrohliche Situationen abwenden.

Warum kommt es zu einer Exsikkose?

Häufig vorkommende Gründe und Risikofaktoren für eine Exsikkose sind:

  • Vermindertes Durstgefühl und Appetitlosigkeit
  • Demenzerkrankungen
  • Belastende Lebensereignisse und Depression
  • Geistige Beeinträchtigung
  • Gastrektomie
  • Kau- und/oder Schluckbeschwerden, Zahnlosigkeit
  • Chronische Erkrankungen, z.B. Diabetes mellitus
  • Vergesslichkeit und eingeschränktes Problembewusstsein
  • Gestörter Antrieb und eingeschränkte Mobilität
  • Patientenseitige Reduktion der Trinkmenge, um Toilettengänge oder Inkontinenz zu minimieren
  • Fehlende Aufforderung zum Trinken im häuslichen Umfeld
  • Diarrhö
  • Medikamentöse Ursachen, Multimedikation
  • Erhöhte Perspiration
  • Erhöhter Energiebedarf

Erkennen Sie diese Risiken und handeln Sie frühzeitig!

Woran erkenne ich gefährdete Patienten?

Bei gefährdeten oder bereits exsikkierte Patienten können sich zeigen:

  • Verschlechterung des Allgemeinzustandes bis hin zur Bettlägrigkeit
  • Reduzierte Wahrnehmungsfähigkeit
  • Somnolenz, Lethargie und Verwirrtheit
  • Schwäche- und Schwindelgefühl mit den möglichen Folgen Sturzneigung, Knochenbrüche, Immobilität und Dekubitus
  • Gewichtsverlust
  • Verstopfung
  • Reduzierte Harnmenge, stark konzentrierter Urin
  • Trockene Schleimhäute, fehlender Speichelsee unter der Zunge
  • Blutdruckabfall, Pulsfrequenzanstieg
  • Thrombosen, Lungenembolie
  • Elektrolytentgleisung mit Krampfanfällen
  • Stehende Hautfalte (nur in Kombination mit weiteren Symptomen)

Achten Sie auf diese Symptome und greifen Sie rechtzeitig ein!

Wie ermittle ich den Flüssigkeitsbedarf?

Berechnungsgrundlage ist das Körpergewicht des Patienten.

Berechnung der zu gebenden Flüssigkeitsmenge2

100 ml/kg KG für die ersten 10 kg Körpergewicht

50 ml/kg KG für die nächsten 10 kg Körpergewicht

15 ml/kg KG für jedes weitere kg Körpergewicht

Zum Beispiel:

  • Bei 56 kg KG sind 2.040 ml angezeigt
  • Bei 66 kg KG sind 2.190 ml angezeigt
  • Bei 75 kg KG sind 2.325 ml angezeigt


Hinweise:
Je zugeführter Kalorie werden 0,33 ml als reine Flüssigkeit berechnet und vom Gesamtbedarf abgezogen. Krankheitsbedingte Volumenreduzierungen, u. a. bei Herz- und Niereninsuffizienzen, müssen individuell berücksichtigt werden. Auch ein erhöhter Volumenbedarf bei Volumenverlusten, u. a. bei/durch kontinuierliches Absaugen, Fieber, Erbrechen, Fisteln/Drainagen und Diarrhoe, müssen individuell berücksichtigt werden.

Subcutane Hydrierung

Wie gehe ich vor - Tipps für die praktische Anwendung

  • Infusionslösung: 0,9 % NaCl, Ringerlaktat oder Glukoselösung
  • Flussraten: patientenindividuell, ca. 80 – 160 ml/h
  • Volumen: patientenindividuell, ca. 500-2.000 ml, i. d. R. max. 1.000 ml pro Punktionsstelle/Tag
  • Punktionsstellen: Abdomen, Oberschenkel, unterer Rücken, zwischen den Schulterblättern

 
Subcutane Hydrierung optimiert die Patientenversorgung.

  • Die Infusionsdurchführung lässt sich an geschultes nichtärztliches Personal delegieren.
  • Ein physisch und psychisch belastender Krankenhausaufenthalt kann vermieden werden.
  • Die Verhinderung von Mangelernährung schließt ausreichende Flüssigkeitsgabe ein.3
  • Die subkutane Applikation ist komplikationsarm.


Subcutane Hydrierung spart Zeit und Kosten.

  • Einsparung von Krankenhaus- und Krankentransportkosten.
  • Weniger administrativer Aufwand in Praxis und Pflegeeinrichtung.
  • Geringerer Aufwand für das Management von Begleiterscheinungen,
  • z.B. bei Versorgung mit Antikoagulantien, Verbandstoffen, Psychopharmaka zur Symptomlinderung.
  • Vermindertes Dekubitusrisiko und geringerer Aufwand für Dekubitusprophylaxe.
  • Vermeidung von Kosten für die Behandlung möglicher Folgeschäden, z.B. verursacht durch Stürze.
  • Hilfsmittel zur subcutanen Hydrierung belasten nicht das Budget des Arztes!


Subcutane Hydrierung ist einfach durchzuführen und wird sehr gut toleriert.

  • Bei Patienten, die unfähig oder unwillig sind zu trinken.
  • Bei wenig kooperativen Patienten.
  • Bei schwierigen Venenverhältnissen oder Intoleranz gegenüber intravenösen Verweilkathetern – der subcutane Applikationsweg schont die Venen.
  • Auch am mobilen Patienten durchführbar.
  • Alternative Verfahren wie PEG sind bei Patienten, die genügend essen, kontraindiziert.
  • Es lässt sich eine deutliche Besserung des Allgemeinzustands erzielen.


Flüssigkeitsmanagement hat bei geriatrischen Patienten hohe Relevanz und gestaltet sich im Pflegealltag oft schwierig. Schnelles Handeln und optimierte Lösungen sind gefragt, um Exsikkosen und deren gravierende Folgen zu vermeiden.

Produktempfehlungen

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Von pfm medical stehen Ihnen verschiedenen Ausführungen für unterschiedliche Patiententypen und Anwendungssituationen zur Verfügung, z.B. die Subcutannadel BD Saf-T-Intima™ mit weicher Kanüle. Unser Außendienst berät Sie gern, welches Produkt für Sie am besten geeignet ist.

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Kontakt

Wie werden exsikkosegefährdete Patienten bei Ihnen aktuell versorgt und was wollen Sie daran optimieren?
Gern beraten wir Sie zu den Möglichkeiten und dem Nutzen der subcutanen Hydrierung.

T +49 2236 9641-70

> Kontaktformular

Quellenangaben

1) Daten nach § 21 KHEntgG 2008 gruppiert nach 2009 sowie der DRG-Abschlussbericht 2009

2) DGE et. al., Referenzwerte für Nährstoffzufuhr, 2000

3) Expertenstand Ernährungsmanagement der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) entwickelt nach § 113a SGB X1